Zeitgleich mit der EXPO in Hannover wurde der Neubau für die dvg (heute FinanzIT) realisiert, eine 380 m lange Anlage mit Büroräumen unter drei großen, wellenförmigen Glasdächern. Das ungewöhnliche Konzept und die technische Raffinesse der Umsetzung knüpfen an die Tradition gläserner Großbauten an, die ihren Ursprung in Paxtons Kristallpalast zur Weltausstellung 1851 hat. Der Neubau orientiert sich nach Süden zur Landschaft und schirmt so das nördlich gelegene Gewerbegebiet zum Park hin ab. Die kammförmige Anordnung öffnet die Gesamtstruktur und verzahnt sie mit dem großzügigen Grünraum. So entstehen abwechslungsreiche Innenhöfe, die entweder unter einem der filigranen Glasdächer oder unter freiem Himmel liegen. Sie werden durch eine interne Verkehrsader verbunden, die als horizontale Hauptachse das Gebäude erschließt. 
Die offene, in die Natur eingebundene Bürolandschaft treppt sich nach Süden terrassenförmig ab und gruppiert sich um die mit Oliven-, Feigen- und Granatapfelbäumen bepflanzten Hofbereiche, die von den Büros aus direkt zugänglich sind. Neben dieser kommunikationsfördernden Grundkonzeption wurde bei der Organisation der Arbeitsplätze großen Wert darauf gelegt, bestmögliche Voraussetzungen für eine hohe innerbetriebliche Flexibilität zu schaffen, die zeitlich begrenzte Gruppenzusammensetzungen und das Entstehen spontaner Kommunikation ermöglicht.
Teamarbeit, die „Arbeit mit Menschen“, erfordert andere Flächen als die aufgabenbezogene „Sach-Bearbeitung“.


Drei verschiedene Arbeitsumgebungen stehen zur Verfügung: Die Kombibüros bieten eine kommunikative Gemeinschaftszone mit Besprechungsbereichen und Bibliotheken. Die offen gestalteten „Arbeitsinseln“ sind ideal für die spontane, schnelle Erledigung einer konkreten Aufgabe. Die ruhigen Einzelbüros ermöglichen die ungestörte Vertiefung spezieller Bereiche. Alle Arbeitsplätze funktionieren nach dem Prinzip des „Clean desk“: Sie sind standardisiert, vernetzt und müssen nach Benutzung aufgeräumt hinterlassen werden. Durch diesen sogenannten „Businessclub“ kann die Menge der Arbeitsplätze der Zahl der de facto anwesenden Mitarbeiter angepasst werden, so dass die Kapazitäten der dvg bei gleicher Fläche von 1350 auf 1850 Mitarbeiter gesteigert werden konnten.
Die drei großen Glasdächer bieten optimale Voraussetzungen für eine passive Solarenergienutzung. Die offenen Bereiche unterhalb der Glasfläche bilden hierbei keine zusätzlich zu beheizenden Raumvolumen, sondern bewirken eine „klimatische Verschiebung“: Sie erzeugen ein Klima mit allen Vorzügen mediterraner Zonen und einer ganzjährig grünen Vegetation. So wird im Winter solare Wärmeenergie gewonnen, die zur Minimierung der Heizenergie beiträgt und eine angenehme Arbeitsatmosphäre schafft. Im Sommer wird ein Aufheizen verhindert, da große Flächen der Fassade zur natürlichen Belüftung geöffnet werden können.
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Bürogebäude dvg |
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