
Das neue Bürogebäude der Versicherung LSV liegt auf einem ehemaligen Kasernengelände am Stadtrand von Landshut. Sein konvex gewölbter Eingangskubus, der mit großen geschuppten Glastafeln verkleidet ist, setzt ein markantes Zeichen für den Übergang von Land zu Stadt. Er bildet den Anfangspunkt der Erschließungshalle, die in einem leichten Schwung entlang der Straße verläuft und so die ihr kammartig angegliederten Büroriegel vom Verkehr abschirmt. Das Gebäudeensemble wurde bewusst nicht direkt an der Straßenfront positioniert, um die hier vorhandenen Bäume zu erhalten und den grünen Saum entlang der Strasse nicht zu unterbrechen. So wurde eine reizvolle Vorzone geschaffen, die Durchblicke auf die filigrane Glasfassade ermöglicht.


Als Versicherungsträger der Forstwirtschaft war die Verwendung des Baustoffs Holz dem Bauherrn ein besonderes Anliegen. So wurden für die Bürofassaden innen weiß lasiertes Fichtenholz und außen unbehandelte Lärchenholzlamellen verwendet. Sämtliche Dachstühle sowie die 120 m lange Erschließungshalle sind als reine Holzkonstruktion ausgeführt. Die Halle führt dabei in eleganter Weise verschiedenste Anwendungsmöglichkeiten des Baustoffs vor Augen: 17 m hohe baumartige Holzstützen tragen auf der Südseite die geschwungenen Holzbinder der Fassade, diagonale Riegel dienen zur Aussteifung, und auf der Nordseite funktionieren die über acht Meter spannenden hölzernen Verbindungsstege als statisches Gegengewicht.
Der dynamische Raum der gläsernen Halle, der im hinteren Bereich auf eine funktionale Breite von vier Metern reduziert ist, weitet sich in Richtung des Foyers auf 17 m Breite auf. Hier befindet sich die Kantine, die durch ihre leicht abgesenkte Lage auf einer Höhe mit den grünen Höfen liegt und somit einen fließenden Übergang zum Außenraum schafft. Ein vorgelagerter Teich, über dem die Terrasse der Kantine schwebt, sorgt im Sommer für angenehme Kühlung. Durch spezielle Klappen, die den Straßenlärm abhalten, kann die 17 m hohe Halle natürlich belüftet werden.
| Bürogebäude LSV Landshut Bauvolumen ca. 30,4 Mio. EUR Baubeginn 2001 Fertigstellung 2003 BGF 18.000 qm
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