
Das Kreishaus Hameln-Pyrmont entwickelt sich als zusammenhängende Reihe von Einzelbauten und nimmt in modifizierter Form ein Thema der Stadtstruktur auf. So entstand ein gegliedertes Ensemble, das auf der einen Seite dem Straßenraum mit der entsprechenden Kleinteiligkeit begegnet und sich auf der anderen Seite großzügig zu dem dahinter liegenden Park öffnet. Einen besonderen Akzent bilden die Besprechungsräume im Eckbereich des Gebäudes, die mit ihrer geschwungenen Fassade dynamisch dem Straßenverlauf folgen. Die dem Park zugewandten Gebäudeteile ragen weit ausladend in den Grünraum hinein und orientieren sich zu dem angelegten Teich. Dieser ist zentrales Gestaltungselement des Landschaftsraums und funktioniert zugleich als Auffangbecken für Regenwasser.

Die fünf viergeschossigen Gebäuderiegel werden von der zentralen Eingangshalle aus erschlossen, die sowohl von der Straße als auch vom Park aus zugänglich ist. Die Bereiche mit dem größten Publikumsverkehr wurden in den beiden untersten Geschossen angeordnet und sind vom Foyer aus leicht zu erreichen. Eine offene Stahltreppe führt aus dem Eingangsbereich direkt zu den Sitzungs- und Besprechungsräumen. Durch die große Transparenz der Fassaden wurden helle, lichtdurchflutete Räume geschaffen, die sich nach Außen öffnen. Verwaltung bleibt so kein anonymer Vorgang, sondern wird für den Bürger einsehbar.

Wichtige Komponenten des Klima- und Energiekonzepts sind die vom Nutzer individuell steuerbare natürliche Be- und Entlüftung sowie die günstige Orientierung des Baukörpers, die eine optimale Solarenergienutzung sowie einen ganzjährig hohen Anteil an Tageslicht gewährleistet. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die energetische Bilanz aus, sondern ist auch ein wesentlicher psychologischer Aspekt für das Wohlbefinden im Gebäude. Im Sommer werden die Büroräume durch thermoaktive Decken gekühlt. Die Energie wird hierbei über einbetonierte Rohre abgeführt, die von kaltem Wasser durchströmt werden, das mit Hilfe des Grundwassers gekühlt wird. Während der Nacht können die Öffnungsflügel für die Lüftung genutzt werden, da sie durch vorgehängte Glaselemente gegen Regen geschützt sind.
| Kreishaus Hameln-Pyrmont Hameln Bauvolumen ca. 24 Mio. EUR Baubeginn 2003 Fertigstellung 2005 BGF 14.350 qm
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