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Spuren der Vergangenheit: Die Tunnel
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Ein wesentliches Charakteristikum des Konzepts der Architekten Hascher und Jehle war die Einbindung der
Verkehrsbrachen unter dem Kleinen Schlossplatz. Sie nutzten die schräg im Ensemble liegenden Tunnelröhren
für 4/5 der Ausstellungsflächen, denn sie wollten die vorhandene Struktur nicht einfach beseitigen, sondern
sie vielmehr konsequent im ganzen Haus spürbar lassen - eine authentische Spur der Stadtgeschichte.
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Das unterirdische Autobahnkreuz von 1969 mit seinen fünf Straßentunneln und einer Straßenbahntrasse war bereits jahrelang
stillgelegt und nur noch von Stuttgarts Sprayer- und Skater-Szene genutzt worden. Anstelle der 5-10 m hohen
Tunnelröhre C und Abschnitten der Röhre D entstand die heutige Ausstellungsebene 0. Die ehemalige Straßenbahntrasse
in Tunnel D und die Rampe in Röhre C ergaben die Ausstellungsebene
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Um den Museumsbau in dieser ungewöhnlichen Umgebung überhaupt errichten zu können, mussten zahlreiche Gutachten
erstellt werden: Neben Untersuchungen zum Brandschutz, zu Wärmedämmung und Isolierung der Tunnelwände gegen
Erschütterung war vor allem ein Gründungsgutachten notwendig. Heute leiten bis zu 2,50 m dicke Fundamentplatten
mit 20 m tief versenkten Bohrpfählen die enorme Last in den Baugrund ab. Museum, Kleiner Schlossplatz und Bürohaus
Scala ruhen auf insgesamt 195 Pfählen mit einer Gesamtlänge von 2,6 km und einem jeweiligen Durchmesser von 66 bis 150 cm.
Der Bau der unterirdischen Museumsflächen war angesichts der rund 50.000 Fahrzeuge, die noch heute die verbliebenen
Tunnelröhren täglich passieren, eine planerische Herausforderung. Um die erforderlichen Baumaßnahmen möglichst zügig
und kostengünstig abzuwickeln, musste der gesamte Verkehr auf jeweils eine Tunnelröhre umgelenkt werden. Inzwischen
fließt der Verkehr unter dem Kleinen Schlossplatz wieder normal - im Museum bemerkt man davon dank perfekter Isolierung
freilich nichts. Eine an die Decken von Tunnel B und D montierte Lichtinstallation des Stuttgarter Künstlers Nikolaus
Koliusius mit dem Titel "50 km/h" greift in unwirklich anmutenden, blauen Lichtstreifen den Grundriss des Kubus auf
und verweist die Autofahrer ab dem Eröffnungstag des Museums auf den angrenzenden Ort der Kunst.
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