Sanierung Hörsaal Universität Marburg Lageplan
Sanierung Hörsaal Universität Marburg Ebene 0
Sanierung Hörsaal Universität Marburg Ebene 1
ProjektSanierung und Umbau
Hörsaal Philipps-Universität
OrtMarburg
ArchitektHASCHER JEHLE Architektur, Berlin
BauherrPhilipps-Universität Marburg
Realisierung2009-2011
BGF13.595 qm

Der Neubau für die Fraunhofer-Institute IGB (Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik) und IPA (Institut für Produktionstechnik und Automatisierung) befindet sich an zentraler Stelle des Forschungscampus der Fraunhofer-Gesellschaft in Stuttgart-Vaihingen. Der 30 m tiefe und 87 m breite, rechteckige Baukörper ist horizontal in einen 9 m hohen Sockel und einen darüber liegenden, viergeschossigen Gebäuderiegel gegliedert, die sich sowohl in der Materialität als auch in der räumlichen Ausdehnung als voneinander unabhängige Volumen darstellen.
Die Philipps-Universität Marburg hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den CO2-Ausstoß ihrer Liegenschaft drastisch zu reduzieren. In diesem Zuge wurde das zentrale Hörsaalgebäude in der Biegenstraße einer beispielhaften energetischen Sanierung unterzogen. Das Gebäude wurde seit seiner Fertigstellung im Jahr 1962 ohne grundlegende bauliche oder technische Änderungen betrieben. Der entstandene Sanierungsstau machte sich unter anderem durch einen unzeitgemäß hohen Energieverbrauch mit entsprechenden Umweltbelastungen und Betriebskosten bemerkbar. Außer den überdurchschnittlichen energetischen Anforderungen an die Sanierung war bei der Entwicklung eines Sanierungskonzepts zu berücksichtigen, dass die Gebäudehülle unter Denkmalschutz steht, und dass die Sanierung im laufenden Vorlesungsbetrieb durchgeführt werden mußte. Mit den Sanierungsmaßnahmen, die den Austausch der Fassade, die Dämmung der Hülle, die Verschattung der Fensterflächen, die Erneuerung der Anlagentechnik und der Oberflächen sowie eine brandschutztechnische Aufrüstung umfasste, wurde eine Verringerung des Wärmebedarfs um 88% gegenüber dem unsanierten Zustand und des Strombedarf für Beleuchtung, Kühlung und Lüftung um über 50% erreicht. Die Energiekosten sind dadurch um ca. 84% geringer geworden. Die jährlich durch den Gebäudebetrieb verursachten CO2-Emissionen sind von bisher 614t/a auf 152t/a gesunken, was einer Verringerung um 75% entspricht. Gleichzeitig wurde mit der Sanierung die klare und elegante Gliederung der denkmalgeschützten Gebäudehülle originalgetreu übernommen und somit ein mustergültiges Beispiel der Architektursprache aus den 60er Jahren gesichert.

Sanierung Hörsaal Universität Marburg Schnitte

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